14.09.2026
Auf der Suche nach ganz besonderen Mineralquellen
Das Wichtigste in Kürze: Natürliches Mineralwasser ist das Ergebnis eines langen Weges durch die Gesteinsschichten. Das Mineralwasserstockwerk, aus dem unsere Brunnen schöpfen, entstand vor rund 10.000 bis 30.000 Jahren, im Zuge der letzten Eiszeit. Natur, Erdgeschichte und höchste Qualitätsanforderungen spielen dabei zusammen. Hier erfahrt ihr mehr über die Mineralquellen von Krumbach.
1. Blick in die Bohr-Geschichte von Krumbach
Wusstet ihr, dass es in Deutschland etwa 200 Brunnenbetriebe gibt? Aber nicht jede Quelle eignet sich zur Gewinnung von natürlichem Mineralwasser. Bei uns in Krumbach gab es bereits seit 1831 eine etwas eisenhaltige Quelle. 1924 löste eine erste Tiefenbohrung den alten, flachen Schachtbrunnen ab, und diese Bohrung trägt bis heute den Namen Brunnen Nummer 1.
Seitdem haben wir die Zahl der Bohrbrunnen stetig erweitert. Besonders in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts drangen wir mit neuen Bohrungen bis zu 1.000 Meter ins Erdinnere vor, um die geologischen Verhältnisse zu prüfen und verschiedene Mineralwässer zu erschließen. 2005 haben wir die Bohrtätigkeit erneut aufgenommen, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

2. Wie wirkt sich die Geologie auf das Wasser aus?
Habt ihr euch schon mal gefragt, warum verschiedene Mineralwässer so unterschiedlich schmecken? Man könnte meinen: Ist doch alles H₂O. Was aber wirklich zählt, ist das Gestein, durch das das Wasser im Lauf vieler Jahre fließt. Unterschiedliche Geologien sorgen für unterschiedliche Mineralstoffzusammensetzungen und am Ende für unterschiedliche Geschmäcker. Was bedeutet das für unser Wasser hier im Allgäu?
Das Wasser aus der Tiefe
Kißlegg liegt im sogenannten Molassetrog des Alpenvorlandes. Es ist eine Senke, in der sich über Jahrmillionen Sediment aus den entstehenden Alpen ablagerte und verdichtete. Unsere Krumbach Quellen selbst liegen in quartären Schichten, die im Zuge der letzten großen Eiszeit entstanden. Das Mineralwasserstockwerk, aus dem wir heute in 33 bis 45 Metern Tiefe schöpfen, bildete sich vor 10.000 bis 30.000 Jahren. Exakt lässt sich dieses Alter natürlich nicht eingrenzen. Geologische Untersuchungen belegen aber seinen Ursprung in der letzten Eiszeit.
Damals formten gewaltige Gletscher das Allgäu und hinterließen die geologischen Voraussetzungen, die unserem Wasser bis heute seine charakteristische Zusammensetzung geben. Übrigens, bis heutiger Niederschlag durch die darüberliegenden Bodenschichten in diese Tiefe gelangt, vergehen rund 40 Jahre.
Kißlegger: Es geht noch tiefer
Mehrere hundert Meter tiefer liegt ein zweites Mineralwasserstockwerk, das für unsere Schwestermarke Kißlegger erschlossen wurde. In 700 bis 750 Metern Tiefe lagert dieses Mineralwasser in tertiären Gesteinsschichten, also in einem Stockwerk, das rund 66 bis 2,6 Millionen Jahre alt ist. Diese Gesteine entstanden als Folge der Alpenbildung. Das Mineralwasser, das wir dort heute fördern, hat also eine andere Geschichte als das Wasser aus unseren quartären Krumbach Brunnen. Wer einen Hang zur Mysik hat, würde wahrscheinlich sagen: Je tiefer das Gestein, desto tiefer der Charakter des Wassers …
Unser Mineralwasser: Tiefen und Schichten
| Wasser | Tiefe | Geologische Schicht | Entstehung der Mineralwasserstockwerke |
| Krumbach | 33–45 m | Quartär | Vor ca. 10.000 – 30.000 Jahren (letzte Eiszeit) |
| Kißlegger | 700–750 m | Tertiär | Vor mehreren Millionen Jahren (Alpenbildung) |
3. Von der Idee zur Bohrung
Für uns als Brunnenbetrieb ist die Erschließung von Mineralwasservorkommen jeweils ein aufwändiges Verfahren. Um den exakten Standort einer Bohrung festzulegen, sind vielfältige geophysikalische Untersuchungen der Boden- und Gesteinsverhältnisse nötig. Geologische Karten, Bilder aus dem Erdinneren und seismische Profile helfen uns, neue Quellen zu lokalisieren.
Versuchsbohrungen dauern oft Monate, häufig sogar Jahre. Das Wasser muss garantiert rein sein, eine konstante Zusammensetzung aufweisen und in ausreichender Menge vorhanden sein. Erst dann beginnt die eigentliche Brunnenbohrung. Unsere derzeit zwölf Krumbach Brunnen sind die Grundlage für unser Mineralwasser.
4. Wie Präzision Ingenieurskunst trifft
Die Erschließung neuer Mineralwasserquellen erfordert vor allem eines: höchste Ingenieurskunst, gepaart mit einem Höchstmaß an Präzision. Die Erschließung einer einzigen Quelle kann mehrere hunderttausend Euro kosten. Bis sich die rotierenden Bohrköpfe in Wasservorkommen unter der Erde durchgearbeitet haben, vergehen oft mehrere Monate.
Erreichen die Bohrköpfe das unterirdische Wasserdepot und liegt ein Rohrsystem, bringt eine leistungsstarke Pumpe das Mineralwasser aus der Tiefe an die Erdoberfläche, vorausgesetzt, alle erforderlichen Genehmigungen liegen vor. Bevor ein neu gebauter Brunnen in Betrieb geht, müssen zudem strenge wasser- und lebensmittelrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein.* Schließlich müssen Quellnutzung und Mineralwasser amtlich anerkannt werden.
5. Von der Quelle in die Produktion
Mit rund 120 Millionen Flaschen eigener Markengetränke im Jahr ist Krumbach eine der absatzstärksten Marken im Mutterkonzern Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA.
In unserer modernen, vollautomatisierten Anlage füllen wir das Mineralwasser in Glas- oder PET-Flaschen ab. Das Ganze wird von unseren erfahrenen Mitarbeitern ständig kontrolliert. Stündlich füllen wir 88.000 Flaschen verschiedener Gebindegrößen ab und transportieren sie anschließend zu euren Händlern. Und am Ende dieses Weges, der vor Zehntausenden von Jahren begann, haltet ihr eine Flasche Krumbach Mineralwasser in euren Händen.
* Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, MinTafelWV). Bundesministerium der Justiz. https://www.gesetze-im-internet.de/mintafelwv/
Häufige Fragen zu unseren Quellen
Die Krumbach Brunnen reichen in eine Tiefe von 33 bis 45 Metern, wo sie das quartäre Mineralwasserstockwerk erschließen, das sich im Zuge der letzten Eiszeit gebildet hat.
Das Mineralwasserstockwerk, aus dem wir schöpfen, entstand vor rund 10.000 bis 30.000 Jahren. Exakt lässt sich dieses Alter nicht eingrenzen; geologische Untersuchungen belegen jedoch seinen Ursprung in der letzten großen Eiszeit.
Regenwasser nimmt auf seinem Weg durch die Gesteinsschichten Mineralstoffe auf. Die Art dieser Schichten – also Tiefe, Alter und Zusammensetzung – bestimmt, welche Mineralstoffe das sind und in welcher Konzentration. Unterschiedliche Geologien ergeben einen jeweils anderen Geschmack.
Nein. Es sind geophysikalische Voruntersuchungen, geologische Karten und seismische Profile nötig, um Orte mit den richtigen geologischen Voraussetzungenzu zu identifizieren. Erst dann sind die kostenintensiven Versuchsbohrungen sinnvoll.
Natürliches Mineralwasser muss in Deutschland amtlich anerkannt werden. Das setzt voraus, dass das Wasser mikrobiologisch einwandfrei, in seiner Zusammensetzung konstant und in ausreichender Menge vorhanden ist. Die rechtlichen Grundlagen regelt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung.*